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Historie

  • •    1904 Erstbeschreibung des gemeinsamen Vorkommens von Bronchiektasen und Situs inversus durch A. Siewert
    •    1935 namensgebende Publikation des Züricher Internisten Prof. Dr. med. Manes Kartagener (Link) (1897 bis 1979)
  •              über 4 Patienten mit Situs inversus, rez. Sinusitis und Bronchiektasen
    •    1960 männliche Sterilität als wichtiges zusätzliches Symptom beschrieben
    •    1975 Aufdeckung eines ultrastrukturellen Ziliendefektes (Dyneinarmdefekt) bei immotilen Spermien durch Afzelius,
  •              B.A. et al, Pedersen, H. und Rebbe, H.
    •    1976 Erstbeschreibung der Kombination desselben Zilienstrukturdefektes bei Spermien und respiratorischem Epithel
  •              bei einer Person durch Bjorn Afzelius. Er prägt den Begriff "Immotiles Ziliensyndrom"
    •    1981 Umbenennung in "Primäre ziliäre Dyskinesie" durch Sleigh, M. A.

 

 

Portrait Manes Kartagener

Curriculum Vitae - Privatdozent Professor Dr. Manes Kartagener

(7. Januar 1897 - 5. August 1975)

Manes Kartagener ist am 7. Januar 1897 in Przemysi (Galizien) als Sohn eines Rabbiners geboren. 1916 - mit 18 Jahren - emigriert er in die Schweiz, besteht 1921 das Eidgenössische Maturitätsexamen, absolviert anschließend sein Medizinstudium an der Universität Zürich, das er im Sommer 1924 mit dem eidgenössischen Staatsexamen erfolgreich abschließt. Die Studienzeit bedeutet für Manes Kartagener harte, arbeitsreiche Jahre, muss er doch seinen Lebensunterhalt durch Erteilung von Privatunterricht selbst verdienen. Trotz der prekären finanziellen Lage will Kartagener sich eine sorgfältige Weiterausbildung verschaffen. Er wird zunächst Assistent am Pathologisch-Anatomischen Institut Zürich, an der Dermatologischen Klinik Zürich, an der Kinderklinik Zürich und am Physiologisch-Chemischen Institut Basel (damals unter der Leitung des bekannten Biochemikers Prof. Edelbacher). Die endgültige Ausbildung zum qualifizierten Internisten erhält Kartagener aber an der Medizinischen Poliklinik Zürich, die sowohl in der Organisation wie vor allem auch in der Persönlichkeit des Direktors, Herrn Professor Wilhelm Löffler, seinen Wünschen und Neigungen entsprach.
Zehn Jahre arbeitet Kartagener an der Medizinischen Poliklinik: zunächst zwei Jahre als Assistenzarzt und anschließend acht Jahre als Oberarzt. 1938 verlässt Kartagener den Staatsdienst und eröffnet eine viel gesuchte internmedizinische Praxis, die er während vieler Jahre mit großer Gewissenhaftigkeit führt. Schließlich zwingt ihn eine Polyneuritis, die ärztliche Tätigkeit aufzugeben. Am 5. August 1975 ist Kartagener im 79. Lebensjahr gestorben.
1928 erhält Kartagener das Zürcher Bürgerrecht. Während des Zweiten Weltkrieges leitet er als HD-Arzt die medizinische Abteilung einer Militär-Sanitäts-Anstalt. (HD - Hilfs-Dienst)
1928 verleiht die Medizinische Fakultät der Universität Zürich Kartagener aufgrund seiner Dissertation "Ueber einen Fall von Kankroid der Schilddrüse mit peritheliomartigen Bildern" den Doktortitel. Am 22. August 1935 erhält er die Venia legendi. Seine Habilitationsschrift ist dem Problem der Kongenitalität und der Heredität der Bronchiektasen gewidmet. Am 14. September 1950 wird Kartagener, trotz Widerständen, in Anerkennung seiner qualifizierten wissenschaftlichen Arbeiten und erfolgreicher Dozentur die Titularprofessur verliehen. Am 8. Februar 1962 scheidet Kartagener aus dem Lehrkörper der Medizinischen Fakultät aus.
Kartagener wurde wesentlich geprägt durch seine zehnjährige Tätigkeit als Assistenz- und Oberarzt der Medizinischen Poliklinik Zürich. In seinem hochverehrten Lehrer Professor Wilhelm Löffler hatte er einen idealen Gesprächspartner. Sie führten lange Gespräche im Umgang des ersten Stockwerkes der alten Medizinischen Poliklinik, im sogenannten "polnischen Korridor". Der oft scharfe Baslerwitz von Prof. Löffler erhielt in Kartagener einen gewiegten Kritiker. Kartagener liebte den geschliffenen Dialog, das Bon-mot, aber er ging nie wissenschaftliche Spekulationen ein. Prof. Löffler war keineswegs nur der Gebende und Kartagener der Empfangende, sondern beide Charaktere ergänzten sich auf ideale Weise. Man könnte versucht sein zu sagen, dass Kartagener durch seine kritischen Einwände mitgeholfen hat, entscheidende Arbeiten von Löffler zu gestalten.