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Berufswahl, Berufsbildung, Studium

«Eine Person ist funktional gesund, wenn sie möglichst kompetent mit einem möglichst gesunden Körper an möglichst normalisierten Lebensbereichen teilnimmt und teilhat.» 1

 

Grundsätzlich stehen Menschen mit PCD viele verschiedene Berufe offen, je nach Fähigkeiten, Ausbildungsstand und Neigungen. Trotzdem kann die Berufswahl für Menschen mit einer seltenen Krankheit eingeschränkt sein auf Grund der vorhandenen körperlichen Beeinträchtigungen und der allgemeinen Leistungsfähigkeit.

Auch wenn Einschränkungen einer seltenen Krankheit die Berufswahl beeinflussen, ist es von großer Bedeutung, die Suche nach einem geeigneten Beruf offen anzugehen. Die eigenen Fähigkeiten und Neigungen zu erkennen, zu leben und auszuloten, ist für Betroffene einer seltenen Krankheit genau so wichtig wie für gesunde Jugendliche. Es gilt, in der Auseinandersetzung um Berufswünsche zwischen Wünschen und Träumen eines betroffenen Jugendlichen und den Möglichkeiten abzuwägen, welche auf Grund des Potentials und des krankheitsbedingten Handicaps vorhanden sind und dies ohne Vorbehalte und mit viel Fantasie.

Im Ausbildungsbetrieb, in der Berufsschule oder am Studienplatz kann das Deklarieren von möglichen Einschränkungen wegen der PCD-Erkrankung (Fehlzeiten, eingeschränkte Leistungsfähigkeit u.a.) hilfreich und entlastend sein, sofern am jeweiligen Ort ein verständnisvolles Klima für behindertenbedingte Handicaps besteht. Falls dies nicht der Fall ist, kann die Deklaration auch zu erheblichen Nachteilen führen bis hin zu einer verweigerten Aufnahme oder einem Ausschluss. Deshalb wird dringend empfohlen, frühzeitig, möglichst vor Beginn der Ausbildung, mit einer Beratungsstelle zum Thema Ausbildung oder Studium mit Behinderung Kontakt aufzunehmen, die persönliche Situation sorgfältig zu klären und das Vorgehen zu planen. Immer mehr Bildungsinstitute (Hochschulen, Fachhochschulen, Berufsschulen, Arbeitskammern) bieten spezialisierte Beratungsstellen und individuelle Hilfe an.

Für das langfristige Wohlbefinden von PCD-Betroffenen ist der transparente Umgang mit den eigenen Einschränkungen von Vorteil. Wer mehr Zeit fürs Lernen, besondere Unterstützung oder spezielle Regelungen bei Prüfungen benötigt, ist deutlich entspannter und erfolgreicher. PCD-Betroffene, die frühzeitig lernen, ihre Einschränkungen in der Berufsbildung oder im Studium zu berücksichtigen und den bewussten Einsatz ihrer Kräfte zu planen, ersparen sich viele Enttäuschungen und Misserfolge und machen aus ihren Möglichkeiten das Beste.


 

1 Konzept „funktionale Gesundheit“, siehe www.insos.ch/themen (Stand Juli 2014)